Liebe(r) PROGRAMM-Abonnent(in),

bald fünf Monate ist es  her, dass wir „PROGRAMM. Magazin für Fernsehen und Kultur“ mit einer Website  öffentlich machten und dazu aufriefen, ein „Abo“ abzuschließen. Sie hatten  sich für das Projekt interessiert, und daher möchten wir Sie heute gerne über  den Status Quo informieren.

Zunächst das Positive: Die Resonanz auf  PROGRAMM und die Abo-Aktion übertraf alle Erwartungen. Mehrere Tausend  Menschen besuchten die Website, viele entschieden sich für ein „Abo“,  schrieben uns Mails und Briefe oder diskutierten über unsere Idee in diversen  Foren. Eine kleine Auswahl dieser – meist begeisterten – Reaktionen kann man  sich auf unserer Website anschauen: http://www.programm-magazin.de/index.php?id=71

Auch  die Medien wurden auf die Aktion und das Magazin aufmerksam. Es erschienen  zahlreiche Artikel in Zeitungen (u.a. FAZ, taz, Frankfurter Rundschau) und  Branchenmedien (u.a. Meedia, journalist, Horizont). Das war auch das Ziel  unserer Aktion, da wir uns davon erhofften, dass wir auf diesem Weg vielleicht  doch noch das Interesse eines Verlages oder eines Investors wecken  könnten.

Diese Strategie ging insofern auf, als dass in der Branche  diese Idee durchaus neu diskutiert und überdacht wurde. Wir führten zahllose  Gespräche, bekamen auch hier viel positives Feedback und prüften neue  Optionen: Könnten wir die Zeitschrift vielleicht im Selbstverlag auf den Markt  bringen? Welche Partner könnten wir dafür gewinnen? Oder sollte man nicht  zunächst einmal online starten?

Schließlich zeigte sich jedoch, dass  wir ohne Verlag bzw. ohne Startkapital ein solches Projekt nicht stemmen  könnten, wenn wir unserem eigenen Anspruch an ein qualitativ hochwertiges TV-  und Kultur-Medium gerecht werden wollten. Und weder Investoren noch Verlage  ließen sich letztlich überzeugen. Womit wir beim Thema „Krise“ wären, die  bekanntlich auch die Verlage hart getroffen hat.  

Der  Geschäftführer eines Verlages, der großes Interesse an PROGRAMM hatte, sagte  uns kürzlich, dass er nicht an den Erfolg eines solchen Magazins zweifeln  würde. Doch in der heutigen Zeit, in der Anzeigenerlöse regelrecht einbrechen  und daher eine Zeitschrift nach der anderen eingestellt werden müsse, wäre es  einfach Wahnsinn, ein Magazin wie PROGRAMM auf den Markt zu bringen. Nächstes  Jahr? Vielleicht. Je nach dem, wie sich der Markt entwickelt.

Soviel  zum Status Quo. Ob das jetzt nur ein Zwischenbericht war oder doch bereits der  Abschlussbericht, wird die Zeit zeigen. Möglicherweise meldet sich jener  Geschäftsführer ja wirklich, wenn es wieder aufwärts geht. Möglicherweise  findet sich auch in der Zwischenzeit noch ein mutiger Verleger, der gerade  jetzt in der Krise darauf setzt, mit einem neuen und ganz anderen Produkt  Leser wie Anzeigenkunden zu überzeugen. Und möglicherweise klingelt auch  morgen ein Investor bei uns an, um uns den Start selbst zu  ermöglichen.

Wenn es soweit ist, werden wir Sie darüber auf dem  Laufenden halten.

Martin Schmitz-Kuhl
Christian Sälzer
Andrea  Ruhland (Grafik)